Über die Luftdichtheit der Gebäudehülle wird viel gesprochen, über die der Lüftungskanäle deutlich weniger. Dabei bläst eine Lüftungsanlage mit undichten Kanälen die Luft nicht dorthin, wo sie hin soll: Die Volumenströme an den Ventilen sinken, der Ventilator muss mehr leisten, der Verbrauch steigt und die Luftqualität leidet. In der RE2020 gehört die Dichtheit der Lüftungskanäle zu den bei der Abnahme geprüften Punkten.
Was wir messen

Dichtheitsmessung des Kanalnetzes der Lüftungszentrale einer Schule im Unterelsass: Das Messgerät ist an das verschlossene Netz angeschlossen.
Bei der Messung werden die Ventile und Enden eines Kanalabschnitts verschlossen und mit einem speziellen Messgerät unter Druck gesetzt. Wir erfassen den durch Leckagen entweichenden Volumenstrom, bezogen auf die geprüfte Kanaloberfläche, und vergleichen ihn mit den Grenzwerten der Dichtheitsklassen A, B, C oder D. Je höher der Buchstabe, desto dichter muss das Netz sein: Ein Netz der Klasse B darf etwa dreimal weniger undicht sein als eines der Klasse A, ein Netz der Klasse C etwa neunmal weniger.
Maßgeblich ist die in der Wärmeschutzberechnung angesetzte Klasse. Stützt sich die Berechnung auf eine hohe Dichtheitsklasse, belegt die Abnahmemessung, dass das eingebaute Netz sie tatsächlich erreicht.
Klasse A: Eine Sichtprüfung kann vor der Abnahme genügen
Für ein Netz mit Zielklasse A ist eine Zwischenmessung nicht unbedingt erforderlich. Eine Sichtprüfung des Netzes und der Einsatz von Formteilen mit Dichtungen (Muffen, Bögen und Abzweige mit Dichtringen) reichen in der Regel aus, um das Ergebnis der Abschlussmessung abzusichern.
Klassen B und C: Eine Zwischenmessung wird dringend empfohlen

Ergebnis am Ende der Messung: 5,25 l/s gemessene Leckage bei 9,87 l/s zulässig, das Netz erreicht die Zielklasse.
In Klasse B oder C sind die maximal zulässigen Leckageraten sehr gering. Eine einzige schlecht gesteckte Verbindung, ein undichter Abzweig oder eine schlecht angezogene flexible Muffe kann das Ergebnis kippen. Und sind Abhangdecken und Verkleidungen erst geschlossen, ist das Netz nicht mehr zugänglich.
Wir empfehlen daher eine Zwischenmessung, wenn das Netz montiert, aber noch sichtbar ist. So lassen sich Leckagen vor der Abnahmemessung leicht orten und beheben.
Beispiele aus unseren Projekten

Lüftungskanäle vor der Messung auf der Baustelle der Schule in Betschdorf.
- Schule mit Hort (Unterelsass): Kanalnetz der Lüftungszentrale mit knapp 330 m² Kanalfläche, Klasse A bei der Zuluft und Klasse B bei der Abluft erreicht.
- Hochschulgebäude (Straßburg): sechs Zu- und Abluftnetze mit insgesamt knapp 1.500 m² Kanalfläche, alle in Klasse B gemessen.
Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser
Die Stichprobenregeln und das Vorgehen unterscheiden sich je nachdem, ob es sich um ein Einfamilienhaus oder ein Mehrfamilienhaus handelt. Dem widmen wir einen kommenden Artikel: was für die Prüfung der Lüftungsanlagen nach RE2020 einzuplanen ist.
Unsere Leistungen
Exp'Air 67 ist nach Qualibat 8721 für die Luftdichtheitsmessung von Lüftungskanälen qualifiziert. Wir führen Zwischen- und Abnahmemessungen in der gesamten Region Grand Est durch, im Wohnungsbau wie im Gewerbebau, und können die Kanalmessung mit der Luftdichtheitsmessung der Gebäudehülle beim selben Termin kombinieren.
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